A26 – 2. Bauabschnitt – Buxtehude droht Verkehrskollaps – Hamb. Abendblatt vom 23.02.2009

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Hamburger Abendblatt vom 23.02.2009

A 26: Bauabschnitte: Behörde bezweifelt zeitgleiche Fertigstellung

Buxtehude droht Verkehrskollaps

23.02.2009, 00:00 Uhr 23.02.2009, 00:00 Uhr Bianca Wilkens  

Schon jetzt stauen sich regelmäßig in der Innenstadt die Automassen. Badur befürchtet das Chaos.

Buxtehude. Eigentlich stand die Autobahn 26 immer ganz oben auf der Wunschliste der Buxtehuder. Quälende Verkehrsstaus auf der B 73 in Richtung Hamburg sind damit passe. Und Stade ist - das zeigt das fertige Teilstück zwischen Horneburg und Stade - in Windeseile zu erreichen. Doch nun muss Buxtehude mit Verkehrsproblemen im Zuge des Autobahnbaus rechnen. Nach derzeitigem Stand ist es nicht sicher, dass der zweite Bauabschnitt (Horneburg bis Buxtehude, Estequerung) zeitgleich mit dem dritten Bauabschnitt der A 26 (Buxtehude bis zur Hamburger Landesgrenze) eröffnet werden kann. Damit ist das Verkehrschaos in Buxtehude vorprogrammiert.

In diesem Fall müsste das innerstädtische Verkehrsnetz von Buxtehude nämlich an die Autobahnzufahrt angeschlossen werden und die heranrollenden Autos bewältigen. Doch: "Die Straßen in der Stadt sind jetzt schon überstrapaziert", sagte Bürgermeister Jürgen Badur. Zudem wären weder die Kreisstraße 40 (Rübker Straße) noch die Harburger Straße in der Lage, solche Automassen zu bewältigen. "Das Verkehrssystem ist nicht so aufgebaut als dass es als End- beziehungsweise Anfangspunkt einer Autobahn dienen könnte", erklärte Badur. Er ist der festen Auffassung, dass auf keinen Fall einen zeitlichen Verzug geben darf.

Gisela Schütt, Leiterin der Stader Außenstelle der niedersächsischen Landesbehörde für Straßebau und Verkehr, jedoch kann nicht zusichern, dass die zwei Autobahnstücke zum selben Zeitpunkt eröffnet werden. "Wir bemühen uns", sagte Schütt. "Aber es gibt zu viele Unwägbarkeiten. Unter anderem hänge der Baubeginn davon ab, wann der Bund die Zuschüsse zahle. "Wann das Geld kommt, liegt nicht in meiner Macht", sagte Schütt.

Badur hingegen verweist auf die Klage, die die Stadt Buxtehude schon vor etwa zwei Jahren angestrengt habe, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Darin geht es aber nicht nur um die zeitliche Verzögerung bei den Abschnittseröffnungen. Die Stadt versucht, mit ihrer Klage vor Gericht auch die geplante Brücke über die Este zu verhindern. Eine solche Brücke würde die Zufahrt zum Stadthafen versperren, sodass die Este nicht mehr als Schifffahrtsweg genutzt werden könne, argumentiert die Stadt. Auch das Landschaftsbild würde mit einer Brückenlösung zerstört.

Stattdessen favorisiert Buxtehude eine Troglösung - eine Art Mini-Tunnel. Die Straßenbauplaner behaupten aber, dass ein Trog teurer sei als eine Brücke. Doch hier gehen die Auffassungen auseinander. Gisela Schütt spricht von einer Differenz zwischen neun und zehn Millionen Euro. Ralf Dessel, Leiter der Fachgruppe Recht, hingegen sagt, eine Troglösung koste 20 Millionen Euro und eine Flachbrücke sei zwei Millionen Euro teurer. Das habe das Angebot eines niederländischen Unternehmens ergeben.

Die Klage ist inzwischen in der zweiten Instanz beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gelandet. Das Verfahren ruht dort aber schon seit einigen Monaten und wird wohl auch bis Ende des Jahres nicht wieder aufgenommen werden. Denn erst dann soll das ergänzende Planfeststellungsverfahren der Landesstraßenbehörde fertig sein, das vom Oberverwaltungsgericht angeordnet wurde. Aus Naturschutzgründen war die Trasse der A 26 im dritten Abschnitt bei Rübke um 300 Meter nach Norden verlegt worden, damit sie nicht durch das Vogelschutzgebiet "Moore bei Buxtehude" verläuft.

Wegen der verschobenen Trasse müssen auch die Autobahnanschlüsse am Rande des Schutzgebietes geändert werden. "Bevor das ergänzende Planfeststellungsverfahren dazu nicht beschlossen ist, wird erst mal abgewartet", sagte Sven-Marcus Süllow, Sprecher des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg.

Trotz dieser offenen Streitpunkte schreiten die Bauarbeiten derweil für den Zweiten Bauabschnitt der A 26 in Neuland voran. Minute für Minute rollen die Lastwagen über die Straße "An der Chaussee" bei Dammhausen und karren Sand heran für den Vorbelastungsdamm der Autobahn. "Wir tun schon einmal das, was wir machen können", sagte Schütt, Leiterin der Landesstraßenbaubehörde.

18.12.11 21:03

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